9 ehrliche Antworten über die offene Beziehung

Offene Beziehung: Wie funktioniert sie? 9 ehrliche Antworten von Nils Terborg

Wie funktioniert eine offene Beziehung? Vor allem Paare, die bereits mehrmals über das Thema gesprochen haben und sich nun überlegen, ob sie das Experiment wagen wollen, stellen sich diese Frage.

Daher greife ich einfach mal ganz pragmatisch ein paar der häufigsten Fragen auf und beantworte sie – und zwar vor dem Hintergrund meiner zahlreichen Erfahrungen als Coach, der Paare bei diesem Experiment begleitet hat. Die Fragen sind dabei absichtlich unpersönlich formuliert – ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass es ein Rezept für die offene Beziehung gibt.

Daher werde neugierig und finde heraus, was für dich funktionieren kann. Es gibt hier kein richtig oder falsch. Vielleicht entdeckst du eine ganz neue Möglichkeit für das gemeinsame Zusammenleben. Daher lass dich inspirieren von diesen Antworten und treffe selbstbewusst deine Entscheidung. Denke daran: Es ist dein Leben! Es ist deine Beziehung! Wer, wenn nicht du soll über dein Leben bestimmen? Daher trau dich und werde neugierig.

1.) Wie kann man eine offene Beziehung anfangen?

Beginnen zwei Menschen gerade eine Beziehung, fällt es natürlich leichter, die Rahmenbedingungen zu verhandeln. Und letztlich ist die Frage nach sexueller Exklusivität oder Offenheit ja nur eine dieser Rahmenbedingungen.

Allerdings fällt es oft schwer, dieses Thema anzusprechen, da diese Frage sehr emotional ist und hier schnell sehr verschiedene Einstellungen, Meinungen und Werte berührt. Ob ein Vermeiden dieses Themas aber zum Erfolg führt, halte ich für fraglich. Wenn sexuelle Offenheit für dich also wichtig ist:

Sprich es an! Den optimalen Zeitpunkt dafür gibt es vermutlich nicht, insofern entscheide selbst, wann du es tust.

Schwieriger wird es natürlich, wenn eine Beziehung bereits besteht. Denn da die meisten Partner den Punkt der Offenheit als nicht gerade unproblematisch empfinden, kann das schnell die Beziehung gefährden.

Ich möchte aber auch hier davon abraten, das Thema zu ignorieren, da man dem Problem so natürlich ausweicht. Auch Konflikte verdienen in Beziehungen ihren Platz und – falls dir dieser Gedanke hilft – es gibt nicht nur die schwarz-weiße Wahl zwischen offen und nicht offen. Sondern tatsächlich ein paar Abstufungen.

2.) Welche Regeln gibt es in einer offenen Beziehung?

Manche Paare versuchen, sich möglichst frei und ohne allzu viele Vereinbarungen durch den Dschungel einer offenen Beziehung zu bewegen. Da das aber nicht immer einfach ist, können ein paar Regeln aber natürlich hilfreich sein, vor allem wenn man ein paar Punkte zu Regeln beachtet:

  • Es macht Sinn, hin und wieder über die Regeln zu sprechen und sie ggf. neu zu verhandeln
  • Ein Regelverstoß darf in meiner Welt auch verziehen werden, da Menschen von Natur aus dazu neigen, Fehler zu machen
  • Ein bisschen Kompromissbereitschaft auf beiden (!) Seiten schadet nicht – auch wenn es sich mal nicht supergut anfühlt: Oft steckt da Entwicklungspotenzial hinter und dann kommen die guten Gefühle langfristig!

Welche Regeln jetzt im Einzelfall Sinn machen, ist natürlich dem jeweiligen Paar überlassen.

3.) Weiß der andere, was gemacht wird oder werden die Erlebnisse außerhalb der Beziehung verheimlicht?

Auch hier gibt es mehrere Optionen und die können auch als Regel festgehalten werden. Zum Einstieg hilft vielen Paaren die Variante don’t ask don’t tell, die dann manchmal beibehalten wird und in anderen Fällen wieder zugunsten einer offeneren Kommunikation aufgehoben wird.

Aus meiner Sicht macht es in einer offenen Beziehung mehr Sinn, die Bedeutung zu hinterfragen, ob Sex mit anderen hat. Wenn dieses Verhalten dauerhaft ein Verletzungspotenzial hat, passt dieses Modul vielleicht nicht so gut zum Paar, wie zu Beginn des Experiments angenommen oder erhofft.

Tatsächlich gelingt es vielen Paaren in polygamen Beziehungen nach einiger Zeit auch den Wert zu sehen, den Sex mit anderen für die eigene Beziehung hat. Denn wer sich daran grundsätzlich nicht moralisch stört, kann das möglicherweise auch als Bereicherung und zusätzliche Erfahrungsquelle sehen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, den Umgang mit derartigen Informationen klar mit dem Partner absprechen, denn dann wissen beide, wie sie damit umgehen sollen.

4.) Wie oft hat man Sex mit anderen in einer offenen Beziehung?

Dass diese Frage tatsächlich oft gestellt wird, zeigt, wieviel Unsicherheit auch Paare noch empfinden, die dem Gedanken einer offenen Beziehung gegenüber aufgeschlossen sind.

Dabei denke ich, dass das jeder für sich entscheiden sollte, dass Zwang und Leistungsdruck da genauso wenig hilfreich sind wie Scham und Hemmungen und dass das sowieso von der Lebensphase abhängt, in der man sich gerade befindet:

Bisweilen fühlt es sich da richtig an, dass man sexuell aktiver ist und zu anderen Zeiten ist es dann auch okay, wenn die sexuelle Aktivität wieder sinkt.

Und für viele Menschen, die eine offene Beziehung führen, ist vor allem die Freiheit und Möglichkeit entscheidend, auch mit anderen Personen Sex haben zu können. Das dann tatsächlich auszuleben ist für viele zweitrangig.

5.) Ist eine offene Beziehung nicht unhygienisch?

Spätestens, wenn die Gedanken konkreter werden, kommt auch diese Frage ins Spiel. Wenn ein Partner in einer offenen Beziehung nach Hause kommt und gerade Sex mit jemand anderem hatte, dann wünscht sich der andere Partner vielleicht nicht direkt intensiven Körperkontakt – sondern eher eine gründliche Dusche vorab.

Wem allerdings auch nach der Dusche der Gedanke an Intimität nicht behagt, der wird sich mit einer offenen Beziehung, die auch ausgelebt wird, zugegebenermaßen eher schwer tun.

6.) Wie geht man mit Eifersucht in einer offenen Beziehung um?

Oft wird Eifersucht als ein Nachteil einer offenen Beziehung gesehen, den man halt ertragen müsse. Paare, die sich hier weiterentwickeln wollen, sehen aber auch das Entwicklungspotenzial.

Denn anders als in monogamen Beziehungen werden Paare in offenen Beziehungen viel stärker mit Eifersucht konfrontiert und somit zu einer Entwicklung gedrängt.

Es muss aber auch klar sein, dass dieses “Drängen” hier sicher nicht nur positive Seiten hat. Denn wenn das Paar gleichzeitig noch genügend andere Herausforderungen bestehen kann, fühlen sich die Partner schnell überfordert.

7.) Was tut man, wenn in einer offenen Beziehung lebt und sich einer der beiden in jemand anderen verliebt?

In der Frage schwingt eine gewisse Angst davor mit, dass das passiert. Und wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, dann kann das natürlich auch in traditionellen Beziehungen passieren.

Aber davon abgesehen: Wenn ein Paar offen liebt, wird das mit ziemlich hoher Sicherheit passieren!

Sex ohne Gefühle ist so eine Sache, aber wenn eine offene Beziehung ein ernsthaftes und langfristiges Modell für eine glückliche Partnerschaft ist, dann kommt man nicht drum herum, auch mal was für jemand anderen zu empfinden.

Ich finde, dass das letztlich auch nur menschlich ist.  Nur, weil einer der Partner sich in jemanden verliebt, muss dieser schließlich noch lange nicht die Beziehung beenden – zumindest, falls die Gefühle für den Partner ebenfalls noch vorhanden sind.

8.) Kann ich meine Beziehung retten, indem ich eine geschlossene in eine offene Beziehung ändere?

Letztlich ist der Begriff offene Beziehung nur eine leere Worthülse, die im Optimalfall vom jeweiligen Paar mit Leben gefüllt wird. Die Frage ist also eigentlich, ob es meine Beziehung rettet, wenn ich noch weitere Personen dazuhole.

Ich empfehle das tendenziell nicht und denke, dass es für viele Paare bereits eine Herausforderung ist, zu zweit ein glückliches Zusammenleben zu gestalten. So lange das nicht funktioniert, ist es vermutlich eher kontraproduktiv, die Situation noch komplexer zu machen.

Zusammengefasst: Eine offene Beziehung ist ein Beziehungsmodell, keine Problemlösung.

9.) Warum sollte man überhaupt eine offene Beziehung führen?

Wenn diese Frage dir in den Sinn kommt:

Vielleicht sind polygame Beziehungsmodelle für dich tatsächlich nicht das richtige. Das ist okay. Menschen sind verschieden und nicht jeder muss die gleiche Art von Beziehung führen.

Folgende Fragen helfen Menschen dabei, zu mehr Sicherheit über ihre Motivation zu finden:

  • Macht dir die Aussicht Angst, dein weiteres Leben nur noch mit einem Menschen schlafen zu können? Oder hältst du diesen Gedanken zumindest für unrealistisch?
  • Weißt du von deinem Verhalten in der Vergangenheit, dass es dir schwer fällt, sexuell treu zu sein? Oder möchtest du schlicht das schlicht nicht?
  • Ist dir Freiheit sehr wichtig? Und beziehst du Freiheit explizit auch auf Sexualität und Partnerwahl?

Ich denke, dass es gute Gründe für eine offene Beziehung geben kann. Frage dich, ob das auch deine Gründe sind und du bist einer Entscheidung einen guten Schritt näher.

Wenn du diesen Artikel liest, dann gehe ich davon aus, dass du jemand bist, die eine selbstbestimmte Macherin bist, die genug gewartet hat und jetzt endlich ihre Sexualität selbstbewusster leben möchte.Nun, falls das auf dich zutrifft, dann wirst du definitiv davon profitieren, die Information, die ich hier in diesem Artikel aufgezeigt habe, auch für dich umzusetzen, um deinem Ziel ein großes Stück näher zu kommen.Wie auch immer – wir beide wissen, dass es mit dem Lesen eines einfachen Artikels über ein erfülltes Liebesleben als Frau nicht getan ist.Wenn du SOFORT Ergebnisse haben willst, dann habe ich einen Vorschlag für dich: Ich werde dir kostenlos dabei helfen selbstbewusst und authentisch deine Sexualität zu leben – alles, was du JETZT dafür tun musst, ist auf diesen Button hier zu klicken:

Ich freue mich darauf, dich schon bald persönlich beraten zu dürfen!

– Aksana –

Aksana RaschLovecoach und Mentorin für dieschönste Nebensache der Welt

Abschließend noch ein Hinweis:

Ich denke, dass Beziehungen sich eher auf einer Skala als in Schubladen bewegen. Folgen wir diesem Gedanken, dann kommen wir darauf, dass die eine Beziehung offener ist als die andere.

Dadurch ergeben sich letztlich unglaublich viele Beziehungsformen, die der Vielfalt menschlicher Vorlieben und Bedürfnisse entsprechen.

Wenn du also neugierig bist, lohnt es sich für dich/euch daher vielleicht, das mit der offenen Beziehung mal ganz vorsichtig anzutesten. Und auch gerne wieder sein zu lassen, wenn es nicht passt. Den umfassenden Überblick gibt es in diesem lesenswerten Buch zum Thema:

Offene Beziehung: Wie sie funktioniert und was du wissen musst, wenn es brennt* (9,99€ auf Amazon, Schwarzkopf&Schwarzkopf-Verlag)

Textnachweis:

Nils Terborg kann so einiges über die offene Beziehung sagen, denn er hat sich auf das Abenteuer offene Beziehung eingelassen. Seine wichtigsten Erkenntnisse hat er in 9 Fragen gepackt und gibt seine Erkenntnisse in den Antworten wider.

Bildnachweis:

Titelbild und im Text verwendete Bilder sind lizenzfrei und zur kommerziellen Nutzung freigeben von pixabay.com.

Persönlicher Hinweis zum *:

Transparenz für Dich: Der Link in dieser Empfehlung ist ein Affiliate-Link, d.h. wenn du dich zum Kauf eines Produktes über diesen Link entscheidest, dann erhalte ich eine kleine Provision für meine Empfehlung. Für dich entstehen selbstverständlich keine höheren oder zusätzlichen Kosten. Diese Empfehlung spreche ich aus, weil ich von dem Produkt zu 100% überzeugt bin. Ich wünsche dir viel Vergnügen.