Filmvorstellung Irina Palm auf weiblich und intim

Wer verbirgt sich hinter dem Namen Irina Palm?

Auf weiblich und intim habe ich bisher nur Bücher präsentiert. Der Grund ist ganz einfach: Bücher regen die eigene Fantasie an und es entsteht ein eigenes Kopfkino. Doch es gibt so einige Ausnahmen. Irina Palm ist so eine Ausnahme.

Doch warum bin ich so zögerlich bei Filmen? Bei Filmen ist das etwas anders.

In Filmen wird uns ein Bild gezeigt, welches wir nicht mehr ändern können.

Das beginnt bereits mit dem Coverbilder.

Das beste Beispiel sind Pornos.

Was habe ich mich immer gewehrt, Pornos anzusehen, weil schon die Bilder auf den DVD-Hüllen mich nicht ansprachen und in meinem Kopfkino für Kopfschütteln als für Interesse sorgten.

Ich kann mich auch noch gut an meine erste Bekanntschaft mit Erotikfilme erinnern, die ein lustvolles Kopfkino erzeugten.

Bei Irina Palm* an einen Porno zu denken, ist natürlich vollkommen absurd.

Doch lies selber.

Wer ist Irina Palm?

Maggie ist Mitte 50, eine einfache, großherzige Frau, die in einer englischen Kleinstadt lebt.

Bisher ist ihr Leben in geregelten Bahnen verlaufen, doch mit der schweren, vermutlich tödlichen Krankheit ihres Enkels gerät Maggies kleine Welt gehörig ins Wanken.

Geld muss her, das Haus ist bereits verkauft, das Dorf hat in einer Spendenaktion Solidarität bewiesen und doch reicht es nicht, um dem kleinen Olly die lebensrettende Reise in ein australisches Krankenhaus zu finanzieren.

Und so geschieht es auf Umwegen, dass die unbedarfte Maggie zu Irina Palm (übersetzt bedeutet es Irina Handfläche) wird, der zur in der Szene gefeierten, unumstrittenen Meisterin des Hand-Jobs am Glory Hole eines Sex-Clubs im Londoner Stadtteil Soho wird.

In der Tragikomödie Irina Palm nimmt uns Regisseur Sam Gabarski mit auf eine anrührende Reise zu den wirklich wichtigen Themen: Liebe, Freundschaft, Familie, Moralvorstellungen, Mut, Sex und Selbstbestimmung.

Maggie muss sich nach vielen Jahren der Opportunität im Angesicht des Todes sich selbst, der Gesellschaft und den vorherrschenden Erwartungen stellen und mit ihr lernen auch wir – wiedereinmal – wie nah Schmerz und Freiheit einander liegen.

Filmvorstellung Irina Palm

© Siebbi

Die Hauptdarstellerin Marianne Faithfull

Kaum ein Name steht so sehr für den Rock ‘n Roll-Lifestyle, wie der der Musikerin und Schauspielerin Marianne Faithfull.

1946 wird sie als Marian Evelyn Faithfull in London geboren. Die bildhübsche Britin gelangte dann in den 1960-ern als Pop- Sängerin im Zuge der sogenannten „British Invasion“ zu internationalem Ruhm. 

Übrigens: zu der “British Invasion” werden  auch die Beatles und die Rolling Stones gezählt. Spannend, nichr wahr?!

Eine noch größere Bekanntheit wurde ihr durch die Liebesbeziehung zu Mick Jagger zuteil.

In diese Zeit fällt auch der Beginn von Faithfulls schwerer Drogenabhängigkeit. In dieser schweren Zeit ist sie zeitweise obdachlos. Sie verbringt viel Zeit in Soho.

Doch trotz schwerer Zeiten war und ist Marianne Faithfull eine der wenigen überlebenden Ikonen der 60er.

Sie ist auch heute noch aktiv. Oder anders gesagt wieder einer von den Kreativen, die in erster Reihe mitspielt.

Sie hat sich nie auf die Rolle der „Freundin von …“ beschränken lassen.

Sie hat sich als Künstlerin, Mensch und Frau immer wieder neu erfunden.

Mittlerweile mit ihren 70 Jahren geht sie immer noch ihren ganz eigenen, einzigartigen Weg.

Marianne Faithfull als Irina Palm

© Siebbi

Mein Fazit über Irina Palm

Irina Palm* ist ein bemerkenswerter Film, den man gesehen haben muss.

Es sind Geschichten wie diese, die das Leben schreibt und die es sich zu erzählen lohnt. Irina Palm war einer der ersten Filme, die ich 2009 wie so oft per “Zufall” gefunden habe.

Ich erinnere mich auch heute noch in schweren Momenten an den Film.

Das sind Momente, in denen mir die Arbeit mit dem Thema der Sexualität schwer fällt oder schwer gemacht.

Irina Palm erinnert mich dann wieder daran, dass ich nicht alleine bin und es noch viele Menschen gibt, die sich für das Thema Sexualität öffnen und das mit Niveau.

Mein Fazit: ein Film, der berührt, zum Nachdenken anregt und noch vieles mehr. Sehr empfehlenswert!

Bevor du dir nun diesen Film ansiehst, hast du vielleicht noch Lust einen Blick in die Schlafzimmer von 16 Menschen zu werden, die mir intime Einblicke in ihr Sexleben gegeben haben.

Photo: Lizenzfreie und zur kommerziellen Nutzung freigegebene Bilder bei flickr.com von Siebbi.