weiblich und intim: Das Erwachen einer bewusst gelebten Sexualität

Manchmal wird einem der Eindruck vermittelt, dass wir in einer sehr toleranten und aufgeschlossenen Zeit leben. Bleiben wir bei der Sexualität. In der Schule werden die Jüngsten bereits früh in die Sexualkunde eingeführt. Im Netz gibt es kein sexuelles Video, das man nicht finden kann und Buchautoren greifen gerne sexuelle Neigungen auf und schreiben Beststeller, die wie warme Semmeln verkauft werden. Es gibt reihenweise Frauen- und Männerzeitschriften, die uns jede Woche das Neueste rund um Sexualität, Orgasmus und Partnerschaft mitteilen.

Ja, da sollte man doch annehmen, dass sexuelle Tabuthemen, Scham und Hemmungen der Vergangenheit angehören.

Schön wär’s. Die Realität sieht leider anders aus.

Das hat mir ein vor kurzem geführtes Gespräch mit meiner Mutter wieder sehr deutlich gemacht. Wir hatten uns über den Blog weiblich und intim unterhalten. Plötzlich wurde eine tolerante und vor Lebensfreude sprühende Frau sehr zurückhaltend. Was sollen nur ihre Freundinnen denken, was ich hier mache? Und überhaupt diese ganze Sache mit dem Sex und den intimen Details! Das muss doch nun wirklich nicht in der Öffentlichkeit zur Schau gestellt werden.

Ich sehe das anders. Warum nicht ins Detail gehen, über Dinge, die uns doch so wichtig sind?

Sexualität begleitet uns. Von Anbeginn des menschlichen Lebens. Seit der ersten Zellteilung beginnend in dem Liebesakt von Frau und Mann. Menschlichen Fortpflanzung genannt. Mit dem ersten Atemzug nach der Geburt. Mit den ersten unschuldigen Erkundungen des Intimbereiches in der Kindheit bis zum hormonellen Chaos in der Pubertät. Weiter geht es mit der Ersten Liebe, dem Ersten Kuss und dem Ersten Mal. Jetzt hört es doch nicht auf, oder?

Nein, es geht weiter. Immer weiter.

Mit all den kleinen und großen Herausforderungen, die das Leben nun einmal so mit sich bringt.

Oft hören wir heutzutage etwas über Authentizität. Ich höre über Authentizität leider selten in Bezug auf Sexualität. Da sind noch zu viele Ängste, Dramen, Missverständnisse, und vieles mehr …

Sollten wir es wirklich irgendwann einmal schaffen, Authentizität in alle Lebensbereiche zu integrieren, dann können wir endlich sagen: Tabuthemen adieu.

Dann hängen wir uns nicht mehr an Sicherheiten fest, die es überhaupt nicht geben kann.

Dann brauchen wir Lust oder andere Dinge nicht mehr vorzutäuschen.

Dann kann die Liebe sich entfalten, egal ob es dabei auch mal darum geht, dass Frauen unter sich oder Männer unter sich sind.

Dann können wir uns ungezwungen unterhalten ohne das Gefühl zu haben, jemand muss sich seiner Gedanken schämen.

Dann gibt es Input nicht nur von den „Mutigen“, die sich trauen etwas zu sagen, sondern es kommt zu spannenden Dialogen, wo jeder sich einbringen kann und alle voneinander lernen können.

Ich glaube daran, dass diese Zeit gar nicht so weit weg ist. Letztendlich liegt es immer nur an uns selber, wie wir mit den Dingen im Leben, also auch der Sexualität, umgehen.

Das Leben ist zu kurz, um darauf zu hoffen, dass andere etwas verändern.

Wenn wir Frauen, die wir heute im hier und jetzt leben, Selbstliebe und Selbstvertrauen besonders für unsere weiblichen intimen Zonen zulassen, haben wir den ersten Schritt gemacht. Wir beginnen sogar der kommenden weiblichen Generation aufzuzeigen, was Selbstliebe und Selbstvertrauen bewirken kann.

Wie das gehen soll?

Mit bewusstem Blick auf den kleinen tagtäglichen Dinge und einer Prise Intuition, der wir vertrauen und die wir in unser Leben integrieren.

  1. Trau dich.
  2. Probiere Dinge, die dich neugierig machen aus.
  3. Betrachte dich nackt mit liebevollen und gütigen Augen.
  4. Höre auf deine innere Stimme.
  5. Komm vom Träumen ins Tun.
  6. Gib Anerkennung.
  7. Berühre dich öfters, auch intim.
  8. Finde heraus, was für dich funktioniert und was für dich nicht funktioniert.
  9. Hege keinen Groll gegen andere.
  10. Lächle den Herausforderungen im Leben wachen Blickes zu.
  11. Bleib neugierig auf dich selbst.
  12. Übe dich in Vergebung.
  13. Mache Dinge so wie du es für richtig hältst. auch auf die Gefahr hin, dass du gegen den Strom schwimmen wirst.
  14. Gehe öfters in Dich.
  15. Suche nicht nach Antworten oder Lösungen. Lass sie einfach zu dir kommen, denn sie sind oftmals näher als du glaubst.
  16. Vervollständige diese unvollständige Liste …

 

Alles Liebe, Aksana.

 


Photo: Malerei von Silvia Fialka, www.silviafialka.com

Autorenfoto_SilviaFialka

Das heutige Photo ist eine Malerei von der Künstlerin Silvia Fialka, eine slowakische Kristallölmalerin und Schmuckmacherin, die leidenschaftlich über Selbstbevollmächtigung und Selbstanerkennung ist. Fialka hat nie an einer Institution gelernt, wie man zeichnet oder malt. Ihre Kunst entsteht mühelos in der Zeit, in der sie zentriert und inspiriert ist. Sie ist bekannt als Meisterin der Farben und sie weiß, dass ihre Kunst pure positive Energie in sich trägt.

Wer mehr über die Künstlerin erfahren möchte, besucht ihre Webseite.


 

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