Interview mit Nina Winner über das Online Training JoNi – Nimm Kurs auf eine schmerzfreie Geburt

Eine selbstbestimmte Geburt zu erfahren, ist etwas wunderbares, aber leider oftmals nichts selbstverständliches. Das es auch möglich ist, schmerzfrei zu gebären, ist für viele Frauen eine komplett neue Information. Als ich mich auf die Geburt meines zweiten Kindes vorbereitet habe, waren die Meditationen von Nina Winner und Jobina Schenks Buch “Meisterin der Geburt” meine Begleiter. Es wurde eine wunderbare, selbstbestimmte Schwangerschaft und schmerzarme Geburt. Als die beiden nun zusammen das Online Training JoNi herausgebracht haben, wusste ich sofort, dass ich ihnen helfen möchte, dieses Training bekannter zu machen. Ich habe Nina gebeten, mir mehr über JoNi zu erzählen und das hat sie getan. Ich wünsche dir viel Inspiration beim Lesen dieses Gespräches. Solltest du dir eine schmerzfreie und selbstbestimmte Geburt wünschen, dann kann ich dir JoNi von ganzem Herzen empfehlen.

 


Nina, seit wann bist du Mama Coach und was waren die Beweggründe, dass du dich mit den Themen Schwangerschaft, Geburt und Mama sein selbständig gemacht hast?

Ich bin seit 2013 ganz offiziell selbständig, habe mich aber schon ewig mit den Themen Schwangerschaft, Geburt und Mama-Sein beschäftigt. Von meinem Wesen her war ich schon immer die Beraterin, die Therapeutin… ;) Als Tänzerin war mein Zugang zu diversen Themen schon immer über den Körper. Ich bin tiefenpsychologisch orientierte Bewegungsanalytikerin und fand es schon immer spannend, den Menschen einen Zugang zur Lösung ihres inneren Konfliktes zu schaffen. Dass bei den meisten Themen die eigene Geburtserfahrung und die ersten Lebensmonate am Anfang der Themenkette stehen, ist mir schnell klar geworden. Durch meine eigenen Schwangerschaften und die Geburten meiner Kinder habe ich mich komplett in dieses Themengebiet vertiefen können. Ich habe mir selbst den Zugang zu selbstbestimmten und schmerzfreien Geburten erarbeitet, musste mir auf diesem Weg die inneren Steine aus dem Weg räumen und gebe nun diese Werkzeuge an andere Mamas weiter.

Ich habe mich bewusst für die Selbständigkeit als Mama entschieden, zum Einen, weil es komplett meinem Wesen und meinem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und freier Entfaltung entspricht, aber auch, weil ich so flexibel auf die Bedürfnisse meiner Familie eingehen kann. Toller Nebeneffekt ist, dass die Kinder so lernen dürfen, dass Arbeit auch erfüllende Lebensaufgabe sein kann.

Du und Jobina Schenk, Autorin des Buches “Meisterin der Geburt”, das übrigens mein treuer Begleiter bei der Geburt meines zweiten Kindes war, habt zusammen das Online-Training “JoNi” entwickelt. Gibt es eine Geschichte wie ihr zwei zusammengefunden habt?

Ich hatte Jobina darum gebeten, einen Gastartikel für meinen Blog zu schreiben, das war im Herbst 2015. Kurz danach haben wir einmal geskyped und mir war nach den ersten Sekunden klar: ich liebe diese Frau und wir werden gemeinsam etwas kreieren. Wir sind absolute Seelenschwestern. Nach 15 Minuten stand fest: wir machen einen Online Kurs zusammen. Wir luden dann Familie Schenk spontan über den Jahreswechsel 2016 zu uns  ein, verbrachten herrlich befruchtende Tage miteinander und am 01.01. 2016 standen die Module und Inhalte des Kurses fest. 9 Monate später war das gemeinsame ‘Baby’ dann auch fertig.

Wie seid ihr auf den wunderbaren Namen gekommen, der wirklich passend ist, denn die Ähnlichkeit mit Yoni ist unverkennbar?

Hihi, ja, genau! Es war uns wichtig, dass unser Kurs einen einprägsamen Namen haben würde, der uns widerspiegelt, und wir haben von Anfang an gewusst, dass wir dazu mit unseren eigenen Namen spielen wollten. ‘Jo’ steht für Jobina, ‘Ni’ für Nina – also ganz einfach. Als wir dann die Kombi ‘JoNi’ hatten und die Verbindung zu ‘Yoni’ herstellten, wussten wir, dass dieser Name absolut richtig war.

Mit JoNi gebt ihr Frauen Tools und Methoden für eine schmerzfreie und erfüllende Geburt an die Hand. Das sind zwei Dinge, die die wenigsten mit Geburt assoziieren. Wenn dies möglich ist, warum wird uns oftmals gezeigt (z.B. in den visuellen Medien) aber auch gesagt (z.B. in Büchern),  dass eine Geburt schmerzhaft und laut kreischend abläuft?

Weil die allermeisten Geburten manipulierte Geburten sind. Ungefähr 98% der Geburten findet in Krankenhäusern statt. Das System Krankenhaus und die Geburtshilfe wendet das sogenannte ‘Aktive Geburtsmanagement’ an. Hier gibt es bestimmte Richtlinien, Verhaltensweisen und Verläufe, die von den gebärenden Frauen eingehalten werden müssen. Raum für Individualität gibt es hier keinen oder wirklich nur kaum. Manipulation an gebärenden Frauen ist hier die Regel, teilweise sogar Pflicht.

Geburt ist ein physiologischer Vorgang, ein Ausscheidungsvorgang, der – genau wie der Stuhlgang – automatisch, nach seinen eigenen Regeln, also ohne, dass wir ihn bewusst steuern könnten, abläuft. Hier braucht es Privatsphäre und Ungestörtheit. Ist dies gewährleistet, so kann der Geburtsvorgang ohne Schwierigkeiten ablaufen.

Nur ca. 1-2 % der gebärenden Frauen bringen ihre Kinder außerhalb von Kliniken zur Welt. Auch bei Geburtshausgeburten und Hausgeburten kommt es teilweise noch zu Manipulationen, aber es sind deutlich weniger. Wenn eine Frau an einem Ort und in einem Umfeld ist, in der sie komplett loslassen kann, weil sie sich unbeobachtet fühlt, dann kann sie sich ganz ihrem Körpergeschehen hingeben. Hier werden Geburten oft ohne Schmerzen erlebt. Denn auch die weiblichen Geschlechtsorgane haben (wie die männlichen) die Fähigkeit, sich ohne Schmerzen zu vergrößern und wieder zu verkleinern. Wirklich wahr! ;)

Stellen sich nun auch keine mentalen Blockaden in den Weg, ist man mit sich und seiner Weiblichkeit, mit seinem Körper und seinen Prozessen im Einklang, so kann der Geburtsvorgang sogar als lustvoll empfunden werden. Es kommt nur leider relativ selten vor (oder wir hören selten davon), weil den Frauen in den meisten Fällen die Chance dazu genommen wird, sich diesem wunderbaren Ereignis in Sicherheit und Ungestörtheit ganz hinzugeben.

Geburt ist Teil unserer Sexualität, es ist Teil unseres Selbsterlebens als Frau. Es kann sogar zur Reise in die Selbstermächtigung werden. In keinem anderen körpereigenen Prozess haben wir die Möglichkeit, uns so in unserer Kraft zu erleben und unsere Frauenkraft so zu entfesseln.

Selbstbestimmtes Gebären – zwei Wörter die nach meiner Erfahrung heutzutage viel zu selten gesagt werden, denn oftmals sprechen viele nur vom Entbinden. Wie nimmst du die Sprache in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt in unserer Zeit wahr?

Die Sprache spielt eine große Rolle. Mittlerweile wissen wir, wie machtvoll unser Geist ist. Für jeden Gedanken gibt es eine chemische Reaktion im Körper. Wie wir über Geburt denken, wie wir darüber sprechen, was wir gesagt bekommen und was wir gezeigt bekommen, hat einen sehr großen Einfluss darauf, wie wir in weiterer Folge unsere Geburt erleben. Die Sprache, die in der Geburtshilfe benutzt wird, ist ein Zeugnis für die jahrhundertelange Unterdrückung und Verletzung von Frauenrechten, von Menschenrechten, unter der Geburt. Wir werden ‘entbunden’, also entmündigt und manipuliert. Die Hebamme hieß früher ‘Wehmutter’,das Wort ‘Kreißsaal’ kommt vom alten Wort ‘Kreischen’. Wer verstehen möchte, wie sehr das Erbe der Geburtshilfe von Trauma und Angst belastet ist, der muss nur etwas über die Geschichte der Geburtshilfe seit dem Fall des Matriarchs und (in unserem Kulturkreis) dem Einzug des Christentums recherchieren. Es ist grausam und haarsträubend.

Auf die Geburt vorbereiten – wie kann so etwas überhaupt gehen?

Eine optimale Vorbereitung auf die Geburt ist allumfassend und tiefgehend. Hier gilt es sich die eigene Geburtserfahrung als Baby anzuschauen, die Art und Weise, wie wir aufgewachsen und erzogen wurden, wie unser Selbstbild und unser Selbsterleben als Frau ist. Es spielt eine große Rolle, wie unser Verhältnis zum eigenen Körper ist und welche Loyalitätskonflikte (meistens zu der eigenen Mutter oder dem eigenen Vater) wir ausleben. Denn all dies wirkt sich darauf aus, wie sehr wir in der Lage sind, unsere Bedürfnisse wahrzunehmen. Wie hoch ist unser Selbstwert und Urvertrauen? Schaffen wir es, für unsere Wünsche einzustehen und den eigenen Weg zu gehen. DAS alles ist entscheidend. Erst DANACH kommen Techniken und mentale Trainingsmethoden.

Als ich bei der Geburt meines ersten Kindes im Geburtsvorbereitungskurs saß, das war ca. 1 Monat vor errechneten Geburtstermin, kam mir immer wieder ein Gedanke: warum habe ich mich erst so spät, also kurz vor der Geburt, getraut mich auf die Geburt vorzubereiten. Wie siehst du das, sollten Frauen sich nicht schon vor dem schwanger sein damit beschäftigen?

Im Idealfall ja. Aber ich habe mit vielen Frauen gearbeitet, die erst eine traumatische Geburt erlebt hatten, bevor sie sich mit jeder Zelle ihres Körpers bewusst geworden sind, WIE wichtig sie selbst sind; dass ihnen niemand ein schönes Geburtserlebnis geben wird, sondern dass sie es sich nur selbst holen müssen. Es geht darum, aus dem Traum aufzuwachen und sich bewusst zu werden, dass wir unser eigenes Leben selbst steuern. Sind wir einmal erwacht, stehen wir als Königin am Steuer und kämpfen mit einer Löwinnen-Kraft für uns und unsere Liebsten.

Apropo Geburtstermin. In einem deiner Videos auf Youtube hast du einmal eine Formel zum Errechnen des möglichen Geburtstermines gegeben. Wie war diese gleich noch mal?

Man nimmt den ersten Tag der letzten Regel und rechnet 280 Tage dazu. Kennt man den Zeugungstermin oder den Tag des Eisprungs, so kann man 266 Tage dazu zählen. Auf keinen Fall sollte man aber all zu viel von diesem groben Termin halten. Die ‘Geburtszeit’ kann ca. 3 Wochen vor dem ET oder auch mehr als 2 Wochen nach dem ET sein. Das Kind entscheidet, wann es geboren wird. Ist die Entwicklung des Kindes abgeschlossen, so schickt es ein Hormon an die Mutter, welches dann den Geburtsprozess auslöst. Die wenigsten Kinder werden zum Termin geboren. Ein Überschreiten des errechneten Geburtstermins darf unter keinen Umständen als Anlass für eine Geburtseinleitung genommen werden, wenn keine Pathologie besteht. Gerade in den letzten Wochen der Schwangerschaft finden noch wichtige Verknüpfungen in der Gehirnentwicklung des Kindes statt, die nicht unnötigerweise unterbrochen werden sollten. Außerdem ist eine künstliche Einleitung eine grobe Manipulation im Geburtsprozess und führt zu sehr schmerzhaften Wehen.

Kannst du vielleicht noch ein Tool aus dem ‘JoNi’ Online-Training mit dem sich Frauen auf die Geburt vorbereiten können, preisgeben?

Eines der wichtigsten Dinge in der Vorbereitung auf die Geburt ist die Formulierung der eigenen Vision für die kommende Geburt. Und zwar mit dem Fokus auf das GeburtsERLEBNIS und nicht so sehr auf das GeburtsERGEBNIS. Wie möchte ich mich fühlen unter der Geburt? Am Anfang steht also die Visionssuche, danach geht es um das Manifestieren dieser Vision. Im JoNi-Kurs widmen wir zwei ganze Module diesem Thema, in denen wir diese Visionssuche anleiten, verschiedene Manifestationstechniken lehren und über geführte Visualisierungsübungen diesen Prozess unterstützen. Wenn man einmal weiß, wo man hin möchte, so geht es nur mehr darum zu schauen, was man genau braucht, um an dieses Ziel zu kommen.

Okay, mit ‘JoNi’ weiß Frau, was auf sie zukommt, aber wie sieht es mit dem Partner aus. Habt ihr auch was für den Partner bei ‘JoNi’ dabei?

Nein, nur indirekt. Uns geht es darum, die Frauen so zu stärken, dass sie sich ganz auf ihre eigene Kraft berufen können, ohne innerlich abhängig von ihrem Mann, der Hebamme oder einer weiteren begleitenden Person zu sein. Was aber entscheidend ist, ist, dass die Frau mit Klarheit und Überzeugung ihre Vision für die Geburt mit ihrem Partner teilt. Die Rolle des Mannes unter der Geburt ist definitiv die des Beschützers. Er ist derjenige, der den Schutzraum für die Frau aufrecht erhält. Er ist sich dieser Rolle bewusst und nimmt diese selbstbewusst ein. So kann sich die gebärende Frau ungestört auf die Geburtsreise begeben und sich mental ‘an einen anderen Ort’ beamen, ohne währenddessen gleichzeitig darauf Acht geben zu müssen, dass sie diese Arbeit auch wirklich ungestört tun kann. Es braucht eine sehr gute Vertrauensbasis zwischen den Partnern.

Wenn du es in einem Wort sagen würdest, was ist das Entscheidende für eine selbstermächtigte Geburt?

Die Selbstermächtigung.

 

Ich danke Nina Winner für diese Einblicke in JoNi. Wenn du Interesse hast, dir aber noch unsicher bist, ob JoNi etwas für dich ist, schreibe mir deine Bedenken an aksana@weiblichundintim.de. Es ist nicht immer einfach die Sache mir der Selbstermächtigung und in jeder von uns kommen hier und da Zweifel. Genau dafür bin ich, dieser Blog und defintiv auch Nina da, um deine Fragen zu beantworten und dich auf deinem Weg zu unterstützen.

Alles Liebe für dich und deinen Weg und habe den Mut, dich selber zu entdecken. Aksana

 

Photos: Copyright aller Bilder liegt bei Nina Winner und Jobina Schenk

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4 thoughts on “Interview mit Nina Winner über das Online Training JoNi – Nimm Kurs auf eine schmerzfreie Geburt

    1. Aksana Rasch Post author

      Das freut mich, liebe Andrea. Ja, es ist immer gut die Info zu haben und darauf zurückzukommen, wenn es soweit ist. Alles Liebe, Aksana.

      Reply
  1. Martin

    Ich selber habe mit dem Thema bisher keine Berührungspunkte gehabt, aber finde es klasse, dass das Thema einmal angesprochen wird. Dazu dann auch noch mit einer so kompetenten und tollen Interviewpartnerin!!

    Liebe Grüße,
    Martin

    Reply
    1. Aksana Rasch Post author

      Danke für dein Feedback, Martin. Ja, ich stimme dir voll und ganz zu. Alles Liebe, Aksana.

      Reply

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