Die 5 Schritte zur Selbstberührung: Frauen können auch masturbieren

Manchmal tun wir uns mit einfachen Dingen so schwer. Die Hektik unserer Zeit tut dann ihr übriges, dass die wirklich wichtigen Dinge im Leben, mal wieder untergehen. Innere Blockaden tun dann den Rest, dass es immer und immer wieder aufgeschoben wird.

Wer es nicht kennt und (noch) nicht macht, das mit der Selbstberührung, derjenigen möchte ich mit diesem Artikel einen kleinen Wegweiser mit an die Hand geben.

Ich habe hier bewusst die Unterteilung in zwei Teile vorgenommen. Mittlerweile ist die Neuigkeit auch in der Sexualwissenschaft, ja sogar in den Medien, angekommen: Frauen brauchen sexuell etwas länger, um sich zu öffnen und „warm“ zu werden. Bleiben dafür jedoch länger „heiß“, wenn sie erst einmal „warm“ sind. Ich schreibe das hier gleich so direkt. Frauen, brauchen einfach ein längeres Vorspiel, um sich wirklich fallen zu lassen.

Daher bleibe auch bitte zuerst bei Teil 1. Insbesondere wenn die Selbstberührung (oder Masturbation) für dich Neuland ist. Teil 2 wird dann umso schöner und es wird dir auch leichter fallen.

Schritt für Schritt. In deinem Tempo.

  1. Bereite für eine angenehme Umgebung für dich vor.

Deine Umgebung spielt eine große Rolle dabei, ob du dich fallen lassen kannst oder nicht. Sie hilft dir beim Abschalten, in sich gehen, zur Ruhe kommen, fallen lassen und dabei die Hektik und den Alltag draußen vor der Tür zu parken. Schöne Musik, gedämmtes Licht, ein angenehmer Duft, schöne Unter- oder Nachtwäsche, was auch immer du brauchst, um es dir so angenehm wie möglich zu machen. Du hast doch schließlich gleich eine Verabredung! Eine Verabredung mit der wichtigsten Person in deinem Leben – mit dir selbst.

  1. Es ist deine Zeit. Nutze sie nur für dich.

Kennst du das auch? Ich muss noch den Geschirrspüler ausräumen, die Waschmaschine kann auch startklar gemacht werden, ach und der Wäschestapel auf dem Sofa ist ja auch noch da. Wieso ruft denn jetzt die Kleine? Ich dachte die schläft schon längst? Etwas habe ich vergessen. Oh, stimmt, Schatzi hatte mich gebeten, das Dokument noch zu unterschreiben … Und so weiter. Es kommen immer angeblich noch wichtigere Dinge dazwischen, die zu erledigen sind. Am Ende fällst du ausgelaugt ins Bett und schläfst auf der Stelle ein. So hart es jetzt klingen mag: Höre damit auf, für jeden und alles immer und ständig da zu sein! Gib deinen Liebsten einen Kuss, besprich noch kurz ein paar Sachen mit Schatz, lass die Geräte alle ruhen und dann verabschiede dich zur Schlafenszeit. Ach ja, die digitale Welt darf auch mal ausgeschaltet werden. Klick dich auch hier unbedingt raus. Dieses Gefühl, bei etwas erwischt wurden zu sein, ist wenig förderlich und einige Menschen haben die Gabe, im falschen Moment anzurufen. Kennst du doch auch, nicht wahr?

  1. Die innere Welt beruhigen.

Gratuliere. Du hast es geschafft. Du hast nun um dich herum eine Atmosphäre geschaffen, die es dir ermöglicht, runterzufahren und bei dir anzukommen. Deine äußere Umgebung hast du vorbereitet. Nun kommt das Aufräumen im Inneren dran. Das Abschalten der Gedanken sozusagen. Hier ist die Technik des mentalen Papierkorbes ideal. Stell dir einfach vor, draußen vor deiner Tür ist ein Basketballkorb angebracht. Jetzt nimmst du alle deine Gedanken, die dich gerade beschäftigen und formst daraus einen Ball. Hier wird alles hineingepackt, alles Private und Berufliche, alle Probleme, Sorgen und Nöte. Alles eben, was dir im Kopf herumschwirrt. Dieser mentale Basketballkorb hat zwei große Vorteile: er passt sich der Größe deines Balles an, er ist sozusagen sehr, sehr dehnbar und er ist nach unten hin geschlossen. Alles, was reinkommt, bleibt drin. Sobald du deinen Gedanken(müll)ball fertig geformt hast, werfe ihn mit Genuss rein.

Du triffst übrigens immer den Korb!

  1. Nimm den Druck raus.

Geschafft. Lass dich auch bitte nicht entmutigen. Beim ersten Mal klingt alles so kompliziert, doch wenn du deinen Rhythmus gefunden hast, ist die ganze Vorbereitung in ein paar Minuten erledigt. Jetzt kommt es darauf auf, die Erwartungen runterzuschrauben. Genießen ist jetzt an der Reihe. Wer hat eigentlich den Gedanken in unsere Köpfe gepflanzt, immer „kommen“ zu müssen? Oder, dass es nur Spaß macht, wenn ein Orgasmus erlebt wird? Diese Gedanken kannst du gleich mit entsorgen. Sie setzten dich nur unter Druck, etwas erreichen zu müssen. So ähnlich wie die gute Note in einer Prüfung, die du unbedingt brauchst, um weiterzukommen. Einfach weg damit. Alles kann. Nichts muss. Alles ist in Ordnung.

  1. Lass dich doch einfach mal überraschen.

Warum alles immer planen? Das hat auch etwas mit Kontrolle zu tun. Du kontrollierst doch auch nicht, wie oft dein Herz in einer Minute schlägt? Oder wann es soweit ist, dass du wieder auf Toilette musst? Oder wann du Hunger oder Durst bekommst? Du erkennst es an den Signalen, die dir dein Körper sendet. Aha, jetzt ist es wieder soweit. Diese Signale sind das eine auf die wir eigentlich regelmäßig hören, ohne uns groß darüber Gedanken zu machen.

Wenn wir über Selbstberührung sprechen, dann kann noch etwas anderes in dir hochkommen. Es muss nicht, kann aber. Da ich es bei mir selber erfahren und auch von anderen Frauen erzählt bekommen habe, glaube ich, dass es wichtig ist, dich darauf vorzubereiten.

Zusätzlich zu den körperlichen Signalen, nimmst du möglicherweise noch etwas anderes wahr. Es gibt da noch dieses „komische“ Gefühl tief im Inneren. Als ob eine Stimme in dir drin, etwas zu dir sagt. Genau dieses Gefühl, was wir manchmal tief in uns vergraben haben, darf wieder hochkommen. Manchmal braucht es Zeit, bis du sie wieder wahrnimmst. Mir ist es vor vielen Jahren mit dem Bauchtanz, einem sehr sinnlichen und körperbetonten Tanz, wieder bewusst geworden, dass ich so eine „Stimme“ habe. Ab dem Zeitpunkt hat es leider noch viele Jahre und viele bittere Erfahrungen gebraucht, bis ich diesem Gefühl vertraut habe. Dieses Gefühl sagt dir WAS du tun sollst. Es sagt dir nicht WARUM du es tun sollst. Das erfährst du erst „danach“. Manchmal wenige Minuten später, manchmal erst viele Jahre später. Da wir heute in einer Welt leben, in der das WARUM eine wichtige Rolle spielt, haben wir gelernt, das WAS zu überhören.

 

Sexualität ist nicht nur ein sehr intimes, sondern auch ein intensives, liebevolles, berührendes und berauschendes Erlebnis. Damit verbunden sind aber auch Verletzungen, Ängste, Schamgefühle, Wut und Unterdrückung.

Eine Reise zu deiner intimen Weiblichkeit wird vieles an die Oberfläche bringen, positiv wie negativ. Daher sei geduldig und vor allem liebevoll im Umgang mit dir selbst. Weiter geht es mit Teil 2 und diesen findest du in diesem Blog.

Alles Liebe, Aksana.

 

Photo:: Pixelio.de von bullauge

 

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