Faszination BDSM Ein persönlicher Einblick in die Entdeckung der devoten sexuellen Lust

Aller Anfang ist schwer: Interview mit Bell von bdsm ist love über den Beginn ihres Lebens als Sub

Ich möchte es nicht leugnen, von BDSM geht eine gewisse Faszination aus. 

BDSM ist die Abkürzung für Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism. 

Und das nicht erst seit der Veröffentlichung von Fifty Shades of Grey. Doch was wissen wir wirklich darüber?

Denn, was in Filmen gezeigt oder Büchern geschrieben wird, ist oftmals nicht das, wie es im wirklichen Leben gelebt wird.

BDSM ist eine Lebensart, die viele neugierig macht. Aber viele können sich nicht vorstellen , in einer solchen Herren/Sub- oder Herrin/Sub-Beziehung zu leben.

Als ich das Interview mit Bell selber noch einmal durchgelesen hatte, kam mir sofort das Zitat von Jeanne Moreau in den Sinn:

Frei sein, heißt wählen können, wessen Sklave man sein will.“ 

Genau darüber erzählt Bell in ihrem Interview.

Bell gibt noch weitere intime Einblicke, welches ihre Lieblings Sexspielzeuge sind. 

Ich wünsche dir viel Vergnügen beim Lesen und bin gespannt auf deine Ansichten, die du mir gerne im Kommentar hinterlassen kannst.

Interview mit Bell vom Blog bdsm is love

Aksana: Wie bist du auf BDSM gekommen?

Bell: Zum BDSM kam ich durch meinen ersten Herrn. Er hat Signale, die mir gar nicht richtig bewusst waren, richtig gedeutet und mich darauf angesprochen. Danach entwickelte sich alles von selbst.

Aksana: Welche Gedanken durchfluteten deinen Kopf als es dann soweit war?

Alles war wie eine Offenbarung für mich. Endlich wusste ich, wonach ich all die Jahre gesucht hatte, wonach ich mich gesehnt hatte. Nun hatte ich auch einen Namen dafür und konnte mich mit anderen Menschen austauschen. Es war auch manchmal eine Zeit der Unsicherheit.

Alles war neu und so viel intensiver als sonst. Es war die unglaublichste Erfahrung bisher.

Aksana: In welcher Rolle hast du begonnen?

Es war sofort klar, dass ich ausschließlich in der devoten Rolle meinen Platz habe. Die dominante Rolle reizt mich nicht.

Aksana: Welche Gefühle kamen hoch?

Bell: Das ist eine wirklich schwere Frage. Da waren so viele Gefühle, die anfangs unglaublich schwer zu sortieren waren. Da war das Gefühl angekommen zu sein, Euphorie und Glück. Gleichzeitig war da aber auch Scham und Unsicherheit.

Fühlen Andere auch so wie ich?

Ist es normal, sich von dem Mann trösten zu lassen, der überhaupt erst der Grund ist, dass man getröstet werden muss?

Darf man sich als emanzipierte Frau demütigen lassen?

Ist es in Ordnung ein gutes Gefühl zu haben, wenn man erniedrigt und geschlagen wird?

Diese Gefühle zu sortieren war viel Arbeit. Ich habe in dieser Zeit viel gelesen und mich mit Gleichgesinnten ausgetauscht, was mir geholfen hat diese Unsicherheiten zu verstehen. Da ich weiß, dass sich nicht jeder sofort in einen Stammtisch traut, versuche ich auf meinem Blog Menschen Hilfestellung zu geben, denen es so ähnlich geht, wie mir damals.

Aksana: Warum hast du mit Dominanzspielen angefangen?

Bell: Spiel ist für mich hier nicht das richtige Wort. Durch meinen ersten Herrn wurde es sehr schnell eine Lebenseinstellung für mich. Für mich ist es nicht, was „nur” in einer Session praktiziert wird. Mir ist sehr wichtig, dass das Gefälle von Herr/Sub immer (zumindest latent) vorhanden ist. Es war auch keine bewusste Entscheidung, damit anzufangen. Es ergab sich einfach sehr schnell so.

Mein erster Herr hat unbedingten Gehorsam gefordert und ich habe ihm diesen sehr gerne geschenkt. So ergab sich alles ganz natürlich.

Aksana: Gibt es Rollenspiele der anderen Art (also BDSM und nicht nur das Krankenschwesterkostüm als Vorspiel vor dem Akt)?

Bell: Rollenspiele habe ich selbst nie versucht. Mir geht es mehr darum, etwas tatsächlich zu leben. Eine Rolle zu spielen ist genau das – ein Spiel.

Für mich ist BDSM viel mehr eine permanente Lebenseinstellung.

Aber auf Parties sieht man gelegentlich die Domina in der Militäruniform mit einem Sträfling oder Ähnliches. Ich denke, da muss jeder selbst ausprobieren, was ihm am meisten Freude macht.

Wie beginnt eine BDSM Beziehung

Aksana: Gab es einen Moment, wo du aufhören wolltest?

Bell: Ja. Als mein erster Herr die Beziehung beendet hat, weil er beruflich ins Ausland musste, fiel ich in ein großes Loch. Mir fehlte plötzlich sehr viel. Ich wusste, dass es keinen Sinn macht einen „normalen” Mann kennenzulernen. Da wünschte ich mir eine Zeit lang, es nie entdeckt zu  haben.

Das lag daran, dass die Beziehung, die Gefühle so intensiv waren.

Es viel mir unglaublich schwer, ihn gehen zu lassen.

Mir half es damals, nicht allein damit zu sein.

Aksana: Warum bist du dabei geblieben?

Bell: Wenn etwas so starke Gefühle in einem auslöst und man weiß, dass es das ist, wonach man immer vergeblich gesucht hat, dann stellt sich diese Frage nicht.

Es war keine bewusste Entscheidung.

Ich habe mich endlich frei und angekommen gefühlt. So etwas gebe ich nicht freiwillig wieder auf.

Über die Autorin Bell von bdsm is love

Ich bin Bell, 32 Jahre alt, Lady & Luder, Sklavin & emanzipiert. Devot aus Leidenschaft, aber niemals Opfer. Mit meinem Herrn führe ich eine 24/7 D/S-Beziehung, was bedeutet, dass es für mich nicht nur ein Spiel, sondern die Art zu leben ist. Emanzipation heißt für mich, seine Sexualität so wählen und leben zu dürfen, dass man damit glücklich und erfüllt ist.  In meinem Blog bdsm is love möchte ich Interessierten, Anfängern und Neulingen die Möglichkeit geben sich zu informieren. Ich versuche dort die Dinge anzusprechen, die meiner Meinung nach besonders wichtig und beachtenswert sind in einer BDSM-Beziehung. Ich möchte dort vermitteln, dass es in Ordnung ist, so zu sein, wie man ist. Mein Leitsatz ist: “Seid pervers & glücklich”.

Danke Bell für diesen Einblick in ihr Leben als Sub.

Klare Worte einer mutigen Frau, denn leider ist es (noch) nicht selbstverständlich offen über BDSM zu schreiben.

Daher vielen Dank für diesen Einblick in das Gefühlsleben und deine Gedankenwelt, liebe Bell.

Machen dich Bell’s Antworten neugierig auf mehr oder kannst du nur den Kopf schütteln über ein solches frei gewähltes Leben?

Ein ebenfalls sehr interessantes Interview mit Matthias T. J. Grimme findest du hier. Sehr spannender Einblick von einem “normalen und romantischen Sadisten” wie er sich selber bezeichnet.

Weitere intime Einblicke und zwar in das Lieblings Sexspielzeug kannst du ebenfalls haben. Wirklich lesenswert, denn so offen sprechen die wenigsten Erwachsenen über ihre Lieblinge in der Spielzeugkiste.

Alles Liebe, Aksana.

Lizenzfreie und zur kommerziellen Nutzung freigegebene Bilder. Das Titelbild ist von xusenru. Bilder im Text von lightstargod.

About the Author Aksana

Früher war ich unsicher und zurückhaltend, wenn es um Sexualität ging. Heute schreibe und spreche ich offen über die intimen Dinge des Lebens, weil das Leben viel zu kurz ist, um sich nicht zu trauen oder lange Zeit über die eigenen Bedürfnisse zu schweigen.

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